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Geographie
Geschichte
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Würde man einen Hamburger oder Berliner fragen, wo denn die Schwaben wohnen, wäre die Antwort gewiss:“ So etwa um Stuttgart“ herum. Als Schwaben bezeichnet
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Auf der Alb bewässerten die Bauern vor nicht allzu langer Zeit ihre Felder mit Wasser aus den Hülen. Diese Teiche oder Weiher wurden auf der wasserlosen Alb in den Boden gegraben und Grund und Wände mit Lehm abgedichtet. Sie sammelten darin das Regenwasser, das über Dächer und Wege zur Hüle geleitet wurde. In ganz trockenen Sommern war dies die einzige Wasserquelle des Dorfes. Naturgemäß liess mit anhaltender Trockenheit die Wasserqualität nach, was so kommentiert wurde: “Für uns tätses jo, aber s’isch halt wegem Vieh!”
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man im Allgemeinen die Einwohner von Württemberg, wobei im Vertrauen gesagt, die Stuttgarter eigentlich für die Schwaben das sind, was die Wiener für die Österreicher sind. Das mit den Württembergern ist heute zwar richtig, bezeichnet aber aus historischer Sicht nur einen geringen Teil des Gebietes, welches die Schwaben (der germanische Stamm der Sueben) besiedelten. Zu den Sueben gehörten quasi als Unterabteilung die Alamannen und die Helvetier. Im Gesamten gesehen umfasste das Siedlungsgebiet das heutige Württemberg, Baden, das Elsass und die deutschsprachigen Gebiete der Schweiz, sowie Teile von Vorarlberg und Tirol, nicht zu vergessen die Stammesbrüder im bayrischen Bezirk Schwaben. So manchem Badener oder Schweizer wird es beim Gedanken, dass er ein Schwabe sei, die Zornesröte ins Gesicht treiben. Dennoch ist daran nichts zu ändern, Schwabe bleibt Schwabe! Und so mancher, der die heutigen Württemberger als „Schwob“ oder noch schlimmer als „Schwobechaib“ bezeichnet, etwa beim verlorenen Kampf um einen Parkplatz, sollte sich gut überlegen, ob er nicht selber zu diesem charaktervollem Völkchen gehört. Die Schwaben sind für sich gesehen also eine multikulturelle, länderübergreifende Gesellschaft.
Dass der Schwabe auch schon von jeher jedem Ausländer gegenüber sehr aufgeschlossen und zuvorkommend begegnet, zeigt die folgenden Begebenheit.
In den 50er Jahren macht sich zu später Stunde ein älterer Tübinger Wengerter (Winzer) nach einer Weinprobe beschwingt auf den Heimweg. Etwa auf der Mitte der Neckarbrücke gehend und sich am Geländer haltend, wird er auf einen nach Luft schnappenden und mit dem Armen rudernden französischen Soldaten aufmerksam, welcher, ebenfalls auf dem Heimweg, in den Neckar gefallen ist. Verzweifelt ruft dieser: “Au secours, au secours!“ Der Wengerter beugt sich über das Geländer und ruft : “Oh Kerle, hättesch liaber schwemma glernt statt franzesisch!”
Aber nun genug der Völkerverständigung. Wir wollen uns bei unseren schwäbophilen Betrachtungen auf ein Gebiet begrenzen, welches etwa die Schwäbische Alb, den Schwarzwald, den Bodenseeraum und das Elsass umfasst. Ganz einfach weil wir aus dieser Gegend stammen und wir als Schwaben nur über das reden, was wir auch kennen. Es sei auch nicht bestritten, dass wir unsere subjektive Sicht der Dinge darstellen wollen. Uns macht die Gestaltung der Seiten einen Heidenspaß und wir würden uns freuen, wenn der eine oder andere Besucher zumindest zu einem schwäbischen sparsamen Schmunzeln kommt.
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Kaum ein anderes Bundesland ist von solch starken Gegensätzen der Landschaft geprägt, wie das Kernland der Schwaben, Baden Württemberg. Im Süden die schroffen Spitzen der Allgäuer Alpen, kontrastierend zum fast mediterranem Klima des Bodensees, wo die Insel Mainau das Traumziel für jeden Pflanzenfreund ist; die Insel Reichenau mit ihren drei ehrwürdigen Kirchen erst vor kurzem zum Weltkulturerbe bestimmt wurde.
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Acker auf der Schwäbischen Alb.
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Das sanft gewellte, fruchtbare Oberschwaben mit seinen prachtvollen Bauten aus der Barockzeit, und seinen Moorgebieten steht im Kontrast zur steinigen Hochfläche der Schwäbischen Alb, für die das Sprichwort „Viele Steine gab’s, aber wenig Brot“ geradezu geschaffen scheint.
Keine 50 km von diesen dürftigen Äckern liegt eines der fruchtbarsten Gebiete der Erde (das zehntfruchtbarste, um genau zu sein), die Filderebene, die im Herbst schon am Geruch zu erkennen ist, dem Geruch nach Sauerkraut.
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Kloster Zwiefalten. Prachtvolle Innengestaltung aus der Barockzeit.
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Weiter nach Norden schließt sich das Württembergische Weinland an, bei dem der Kenner sich rasch an den verschiedenen Weinlagen orientieren kann und jedes Ortsschild ihm eine noch größere Verheißung scheint. Die Hohenloher Ebene und schließlich der Taubergrund sind die nördlichsten Landschaften Baden-Württembergs.
Der Südwesten, die Sonnenstube des Landes, bietet ebenfalls starke Kontraste auf wenigen Kilometer Luftlinie. Die höchsten Berge des Schwarzwaldes mit zum Teil sehr seltenen Pflanzen, die sich seit der letzten Eiszeit behaupten und seinen Karseen, den Augen des Schwarzwaldes, aber auch den Kaiserstuhl, die wärmste Gegend in Deutschland, dessen Klima in Verbindung mit dem fruchtbaren Lößboden eine Tier- und Pflanzengemeinschaft ermöglicht, die man eigentlich erst südlich der Alpen findet.
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Das Bücherntal im Mittleren Schwarzwald.
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Die Oberrheinische Tiefebene trennt den Schwarzwald in Längsrichtung von den Vogesen ab. Dieser Grabenbruch zeigt noch heute Spuren seiner vulkanischen Herkunft. Thermalquellen, wie in Badenweiler oder in Baden-Baden, sowie Tiefbohrversuche im benachbarten Elsass mit erstaunlich hohen Temperaturen in der Tiefe belegen dies.
Dies soll nur ein kurzer Überblick sein, ausführlichere Angaben werden bei den Beschreibungen unsere vier ausgewählten Regionen noch folgen.
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Der Name der Schwaben leitet sich von dem germanischen Stamm der Sweben oder Sueben her, und woher dieser Name wiederum kommt, darüber streiten die Gelehrten noch immer: Die Brüder Grimm erkennen im Stammnamen der Schwaben ein slawisches Wort, nämlich ”Svoboda”, was soviel bedeutet wie Freiheit – also die freien Schwaben. Ludwig Uhland wiederum knüpft an das altnordische ”Svaf” an, den Speer bzw. die geschwungene Waffe. Wie dem auch sei – die freien und die mit dem Speer gewappneten Schwaben zeigten sich ihres Namens stets würdig und waren niemals friedsame Schlafhauben.
Schwabens älteste Bewohner gehörten einem Fischer- und Jägervolk an, wie die Funde der 1865 entdeckten Rentierstation bei Schussenried in Oberschwaben zeigen. In der frühesten Steinzeit sind die Höhlen der Alb von Hirten und Jägern bewohnt (Funde bei Schelklingen und Utzmemmingen), die Pfahlbauten Oberschwabens stammen aus der jüngeren Steinzeit. Diese Ureinwohner kamen im dritten Jahrhundert nach Südwesten in das ursprünglich keltische Gebiet zwischen Rhein, Neckar und Donau.
An die Römerherrschaft im schwäbischen Land erinnert vor allem der gewaltige Limes, jene Reichsgrenze gegen die nicht unterjochten Germanenstämme, teils Wall und Graben, teils turmbewehrte steinerne oder auch hölzerne Mauer. Die erste Anlage des Limes entstand unter Domitian im ersten Jahrhundert n. Chr. Über Gunzenhausen und Dambach kommend erreicht der Limes bei Egg im früheren Oberamt Ellwangen württembergisches Gebiet, läuft von hier aus weiter nach Halheim, Pfahlheim, über den Kocher nach Gmünd und Pfahlbronn; weiter nach Nordwesten über Murrhardt, Mainhardt, Öhringen und Jagsthausen, um mit der Überschreitung der Jagst die württembergische Landesgrenze wieder zu verlassen.
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Römischer Infanteriehelm aus Bronce, der in einem Brunnen gefunden wurde.
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Im Schutz des Limes durchzog das Land ein weit verzweigtes Straßennetz, und an seinen Knotenpunkten rasteten die Legionen in Niederlassungen, die auch heute noch bestehen: Rottweil, Böblingen, Cannstatt, Öhringen, Marbach. Doch allzu lange hielt es die Römer nicht in diesem lieblichen Landstrich, denn die schwäbischen Stämme zeigten sich nicht eben friedlich. Schon im vierten Jahrhundert zogen sie aus dem rechtsrheinischen Germanien wieder ab und überließen der fränkischen Dynastie der Merowinger die auf dem schwäbischen Boden zurückgebliebenen Germanen. Der den Schwaben nun vorausgehende Ruf ist vielfach belegt worden. Cäsar nennt sie den ”bei weitem größten und kriegerischsten Stamm”, Plutarch spricht sogar von der ”Blüte aller Germanen”.
Jahrhunderte später ist ihnen noch dieser ruf vorausgegangen, denn in Sebastians Münsters „Cosmographia universalis“ von 1544 heißt es: „Es ist in dem Teütschen land kein volck, das seinen nammen lenger weder die Schwaben noch behalten hab. Denn sie seind lang vor den Sachsen und Franken gewesen.” Dieses stolze Wort geht wahrscheinlichlich auf die erste Blütezeit der Schwaben zurück – von 917 bis 1268 bestand das mächtige Herzogtum Schwaben. Aus der Zeit von 917 bis 1079 kennt man nicht weniger als 15 schwäbische Herzöge verschiedenen Geschlechts, von denen einige bis auf den heutigen Tag durch Legende und Sage bekannt geblieben sind. So etwa die Gestalt des Herzogs Ernst II. (1015 – 1030), dem Ludwig Uhland ein Drama widmete.
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Gotfried von Neifen, Minnesänger am staufischen Hof. Seine Stammburg, der Hohe Neuffen, liegt in der Nähe von Nürtingen. Burg und Umgebung ist am Kopf dieser Seite zu sehen.
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Die Jahre 1079 bis 1268 findet das schwäbische Land durchweg unter der Regierung der Herzöge aus dem Geschlecht der Hohenstaufen. Der Name stammt vom gleichnamigen Berg, auf dem der Graf Friedrich von Büren 1079 eine Burg errichtete und von da ab den Namen Friedrich von Staufen annahm; im gleichen Jahr verlieh ihm sein Schwiegervater, König Heinrich IV., das Herzogtum Schwaben. ”Damals”, so schrieb der Tübinger Geschichtsprofessor Martin Crusius im 16. Jahrhundert in seinen ”Schwäbischen Annalen”, ”wurde der Grund gelegt zu den Schwäbischen Kaysern, welche aus dem Schloß Hohenstauffen oder der Stadt Waiblingen abkamen, und das Kaysertum auch bey 120 Jahren rühmlichst verwalteten.”
Die Stauferzeit bildete den Gipfel der ritterlichen Kultur im christlichen Europa und im mittelalterlichen deutschen Reich, dessen Kaiser ja immerhin den Anspruch erhoben, Herren der Christenheit zu sein.
Zu der Zeit, als Friedrich der Einäugige, der Vater Barbarossas, als zweiter Stauferherzog in Schwaben herrschte, fand auch die berühmte Schlacht bei Weinsberg statt. Friedrichs Bruder Konrad war zwei Jahre zuvor, 1138, von einem kleinen Anhang deutscher Fürsten zum König gewählt worden und mußte seine Stellung gegen die Welfen durchsetzen. Die Schlachtrufe „Hie Welf!“ – Hie Waibling“! – erklangen zwischen den Parteien. Die welfische Besatzung der Burg Weinsberg mußte sich nach langer Belagerung dem Heer Konrads ergeben, doch nur ihre Frauen bekamen vom König freien Abzug und durften von ihrer Haben nur mitnehmen, was sie auf den Schultern tragen konnten. Adelbert von Chamisso hat die Geschichte von den ”Weibern von Weinsberg” in einem früher von fast allen schwäbischen Kindern auswendig gelernten Gedicht festgehalten:
... Es öffnet leise, leise sich das bedrängte Tor, es schwankt ein Zug von Weibern mit schwerem Schritt hervor. Tief beugt die Last sie nieder, die auf dem Nacken ruht, sie tragen ihre Eh’herrn, das ist ihr liebstes Gut. ”Halt an die argen Weiber!” ruft drohend mancher Wicht; der Kanzler spricht bedeutsam: ”Das war die Meinung nicht.” Da hat, wie er’s vernommen, der fromme Herr gelacht: ”Und war es nicht die Meinung, sie haben’s gut gemacht; gesprochen ist gesprochen, das Königswort besteht, und zwar von keinem Kanzler zerdeutelt und zerdreht.”
Seit dieser Begebenheit trägt die Weinsberger Burg den Ehrennamen Weibertreu. Friedrichs des Einäugigen Sohn, Friedrich I, der spätere König und Kaiser, wurde Friedrich Rotbart oder Barbarossa genannt. Ludwig Uhland hat dem wagemutigen Kreuzfahrer Barbarossa ein unvergessenes Denkmal gesetzt mit seiner ”Schwäbischen Kunde”:
Als Kaiser Rotbart lobesam zum Heil’gen Land gezogen kam...
Gleichzeitig hat er dem sagenumwobenen Schwabenmut gehuldigt, als er in den Schlußzeilen des Gedichts den mutigen Schwaben vor seinen König treten läßt:
Er sprach: Sag an, mein Ritter wert, wer hat dich solche Streich gelehrt? Der Held bedacht sich nicht zu lang: Die Streiche sind bei uns im Schwang; sie sind bekannt im ganzen Reiche, man nennt sie halt nur Schwaben-Streiche.
Der deutsche Historiker Friedrich Wilhelm Benjamin von Giesebrecht (1814 – 18
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Plastik des Freiherrn Schweikhard von Gundelfingen, in der Schloß- kirche von Neufra/Donau.
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89) war von der Ausstrahlung und den Leistungen der Staufer, aber auch von der Schönheit des Landes offenbar so angetan, daß er folgende Worte fand: ”Wer auf der Höhe des Staufens steht, überschaut nach allen Seiten weithin das reiche Schwabenland. Das Auge kann die Fülle der Eindrücke schwer erfassen, und die Ge- danken schweifen in das Gebiet des Unermeßlichen, Grenzenlosen hinüber. Man begreift, wie hier ein Geschlecht erwuchs, welches unablässig in die Weite strebte, keine Schranke seinen Entwürfen und Unternehmungen setzte. Ein unwiderstehlicher Zug in die Ferne, der Abenteuererlust der französischen Ritter verwandt, ist in der Tat dem ganzen Geschlechte der Staufer eigen.”
Kommen wir nun vom Namen Staufen auf einen anderen geschichtsträchtigen und noch heute seinen Namen gebenden Begriff: Württemberg.
Der Name Wirtemberg schreibt sich vom Wirt am Berg. – Ein Wirtemberger ohne Wein, kann der ein Wirtemberger sein? Der dies schrieb, war kein Geringerer als Friedrich Schiller, und seine schalkhaften Verse beruhen auf einer weit verbreiteten volkstümlichen Deutung des Namens. Tatsächlich leitet sich der Name ab von der Burg auf dem Rotenberg, zwischen Cannstatt und Esslingen am Ausläufer des Schurwaldes. Der Name änderte sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach über Wirdeberch, Werdenberc und Wirtinsberk. Konrad von Wirtinsberk wird in einer Urkunde vom 2. Mai 1092 als Zeuge genannt. Dies ist die älteste urkundliche Erwähnung des Namens Württemberg. Erst im Mai 1803 allerdings wurde der Name Württemberg auch für das ganze Land erstmals amtlich benutzt. Unter den württembergischen Grafen ist besonders Eberhard im Bart bekannt und beliebt gewesen. Der schwäbische Heimatdichter Justinus Kerner hat ihm zu Ehren ein Gedicht verfaßt, das man als die schwäbische Nationalhymne bezeichnen kann:
Preisend mit viel schönen Reden ihrer Länder Wert und Zahl, saßen viele deutsche Fürsten einst zu Worms im Kaisersaal.
”Herrlich”, sprach der Fürst von Sachsen, ”ist mein Land und seine Macht, Silber hegen seine Berge wohl in manchem tiefen Schacht.”
”Seht mein Land in üppiger Fülle”, sprach der Kurfürst von dem Rhein, ”goldne Saaten in den Tälern, auf den Bergen edlen Wein!”
”Große Städte, reiche Klöster”, Ludwig, Herr zu Bayern, sprach, ”schaffen, daß mein Land den Euren wohl nicht steht an Schätzen nach.”
Eberhard, der mit dem Barte, Württembergs geliebter Herr, sprach: ”Mein Land hat kleine Städte, trägt nicht Berge silberschwer;
doch ein Kleinod hält’s verborgen: daß in Wäldern noch so groß ich mein Haupt kann kühnlich legen jedem Untertan in Schoß.“
Und es rief der Herr von Sachsen, der von Bayern, der vom Rhein: ”Graf im Bart! Ihr seid der Reichste, Euer Land trägt Edelstein!”
In der Tat war zu dieser Zeit ein Höhepunkt der schwäbischen Geschichte erreicht – Kaiser Maximilian I. erhob 1495 Eberhard zum Herzog von Württemberg. Der schon erwähnte Geschichtsschreiber Sebastian Münster kommt zu dieser Zeit in seiner ”Cosmographia universalis” zu folgendem Urteil über die Schwaben: ”Aber jetzt und zu unseren Zeiten geben sich die mächtigen Schwaben gar nahe auf die Kauffmannschafft und schlagen sich viel zusammen in eine Gesellschaft, und legt ein jeder eine bestimmte Summa Geldes zu einem Hauffen, damit sie nicht allein Gewürtz, Seiden, Sammet und andere köstliche Waar, so über Meer herkompt, kauffen, sondern auch andere schlechte Ding, als Löffel, Sträl, Nadel, Spiegel, Messer und andere kleine Ding, davon sie trefflich reich werden...” Ja, die Schwaben verstanden es eben damals schon!
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