“Hoimet? Des isch do wo’e dahoim be”

 

Wenn’e mit’m Fliager in Echterdenga land ond wenn’e no ausschteig ond i riach s’Kraut uff de Fildera, no ben i dohoim. Ond wenn’e no em Auto ge Reitlenga fahr ond i siah

Der “Runde Berg” bei Bad Urach, Sitz eines  alamannischen Herrschers. Durch Fundstücke lassen sich folgende Handwerksstätten belegen: Bronzegießer, Schmuckhersteller, Gürtler, Schmiede.
Im Vordergrund die ehemalige  württembergische Landesfestung “Hohen-Urach”.

d’Achalm onterm Vollmond, no mecht’e nirgends sonst uff der Welt läbe! Ond wenn’e d’letzt Kurv vor em Fleckä g’nomma han ond i siah wiader d’r Kirchturm on dia bhäbige Häusla

Die altehrwürdige Universitätsstadt Tübingen.
In der Nähe der Stiftskirche befindet sich das Cotta-Haus, welches der damalige Verlegers des Dichterfürsten Goethe bewohnte. An diesem Haus ist ein Schild angebracht: “Hier wohnte Goethe  von.. bis...”
Am Nachbarhaus steht neben einem Fleck auf der Fassade von frevlerischer Studentenhand  geschrieben:”Hier kotzte Goethe am ...”.

oms Rothaus rom, no verstand’es wiader so richdig, was’es hoißt –hoimkomma-.

Mit kaum einem Wort wurde in der Geschichte soviel Schindluder getrieben wie mit dem Begriff Heimat. Heimat als Entschuldigung und Begründung für Krieg, Mord und Totschlag. Ein in einem Buch über das Dritte Reich aufgeschnappter Halbsatz - ...die Heimat wird im Osten verteidigt...- geht mir nicht aus dem Sinn. Heimatlos, heimatvertrieben, Heimatfront, Heimatschutz, Heimattreue.

Was ist eigentlich Heimat? Die „Blut und Boden“-Variante? Oder die gefühlsbetonte Beziehung zu seinem Geburts-  oder Wohnort und der näheren

“Des Herrgotts Kegelspiel”, der Hegau, geprägt durch seine schon in fühester Zeit besiedelten Vulkanberge.
Im Hintergrund der Hohenkrähen, auf dem noch heute der “Poppele” spuken soll.

Umgebung, was wiederum implementieren würde, dass Heimat wandelbar ist, dass Heimat überall sein kann. Überall dort, wo, jetzt mal  steinzeitlich gedacht, der eigene Clan seine Höhle wählt? Oder ganz einfach dort, wo es einem gefällt? 

Mir selber gefällt die Reitz’sche Vorstellung von Heimat, wie er sie in dem Mehrteiler „Heimat“ am Beispiel der Hunsrücker Familie Simon  darstellte am besten. Die Stürme der Zeit

Oberschwäbische Moorlandschaft am Federsee.

wehen die Familie in die weite Welt, Fremde machen Zwischenstation oder bleiben und fügen so der Heimat ein weiteres Mosaiksteinchen hinzu. Die Heimat wandelt sich im Laufe der Zeit, das Gefühl für die Heimat wird aber immer bleiben.

Eine Bekannte unserer Familie bekam eines Tages ein wohldotiertes Angebot einer Computerfima. Sie sollte deren Madrider Büro übernehmen und reorganisieren. Auf Anhieb löste dieses Angebot Begeisterung aus. Es wäre durchaus nicht nur ein Schritt,

Der Titisee im Südschwarzwald

sondern ein regelrechter Satz auf der Karriereleiter gewesen. Letztendlich hat sie dieses Angebot unter Hohnlächeln der  Freunde ausgeschlagen. Als ich sie einige Wochen später traf und sie auf ihre Beweggründe ansprach, meinte sie:”  Ha, woisch, des wär ja scho was gwä, aber i hätt jo meine Albbuckel nemme gsä!”
(Das wäre ja schon toll gewesen, aber ich hätte die Hügel  und Berge der schwäbischen Alb nicht mehr gesehen)

 

 

 

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