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”Drei mol ghackat isch wie oimol gossa!”
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Das Gütle
Der Most
s’Wasserfass
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Liebster Aufenthaltsort des Schwaben und der Schwäbin ist der Garten, das Gütle oder das Ländle. Dort werden Alltagssorgen, Ärger mit dem Chef oder mit der Schwäbin einfach weggehackt, weggefegt und abgeschnitten. Der Erfolg dieser Müh
en zeigt sich in vielfältiger Form: Salatköpfe, Tomaten, Bohnen, Gemüse aller Art, aber auch Rosen, Hortensien, duftender Phlox erfreuen das Herz des Schwabens und machen ihn geneigt in großmütiger Weise Verwandte und Bekannte am Gartensegen teilhaben zu lassen. Es sei aber nicht verschwiegen, dass er beim Aufteilen der Ernte schon zu trennen weiß: Die Guten in Keller und Fass, die weniger Guten an die Verwandtschaft. Er hat sein gutes Herz gezeigt und gleichzeitig die Erntereste entsorgt. Ein sprichwörtlicher Synergieeffekt! Diese Liebesgaben bestehen hauptsächliche aus lommeligen oder holzigen Rettichen, schlappen Salatköpfen, überreifem Obst und angefaulten Kohlköpfen, kommen aber von Herzen. |
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Das Gütle
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”I gang jeda Samschtich in d’r Garta, do han ich mai Rua”!
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Ein Pracht für das Auge sind die Schrebergärten am Rande von größeren Gemeinden. Da der Schwabe ja im Allgemeinen nichts und überhaupt nichts wegwirft, wird der Garten mehr und mehr zur skurrilen Bühne für zweckentfremdete Gebrauchsgegenstände: Die ausgebaute Wäschetrommel wird zum Gartengrill, der
Bettrost zum Spalier, ja selbst leere Weinflaschen zur Beetabgrenzung (natürlich keine Pfandflaschen!). Alte Bergschuhe werden zum Pflanzbehälter für das “Fleissige Lieschen”, alte Autoreifen verwandeln sich in kunstvoll geschwungene Schwäne.
Außerdem lassen sich doch auch Rückschlüsse auf den aktuellen Arbeitsplatz des Schwabens ziehen. Hat er eine Fernsprechbude als Geschirrhütte im Garten, tippen wir auf die Bundesbahn. Andere Anhaltspunkte ergeben sich beim Betrachten von Adressangaben auf Paletten und Kisten, wobei man doch erstaunliche Entdeckungen machen kann. Auch die übermäßige Verwendung von Edelstahl lassen auf entsprechend geartete Beschäftigung schliessen. In einem kleinen Ort in der Nähe von Reutlingen wohnen überdurchschnittlich viele Mitarbeiter einer Firma, welche Großküchen baut. Dreimal darf geraten werden, warum diese Ecke “Nirosta-Viertel” heißt.
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Der Most
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” I dur emmer hoimlich no an Lit’r Treiblessaft nei”
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Ganz besonderes Augenmerk richtet der Schwabe auf seine Apfel- und Birnenbäume. Sind diese doch die Quelle der reinen schwäbischen Lebensfreude, dem Most. Beginnend mit der Blüte im Frühjahr wird er wöchentlich wechselnde Prophezeiungen über die zu erwartende Obstmenge und somit der daraus gepressten Saftmenge. Kälteeinbrüche zur Blüte, schwacher Bienenflug, zu feuchte oder zu trockene Wit
terung treiben dem Wackeren den Angstschweiß auf die Stirn.
Sind die Unbilden der Natur dann überstanden, ballt sich das schwäbische Mannsvolk vor, bei und in den Mostereien zusammen und schafft vom Tagesanbruch bis in die Nacht hinein. Man kann durchaus sagen, dass dies ein Höhepunkt in der schwäbischen Gemeinschaft ist. Jedem Reingeschmeckten dient die Teilnahme an der Mosterei trefflich zur Erklimmung einer weiteren Sprosse auf der steilen Leiter der Anerkennung.
Bei dem ganzen Geschäft gibt es allerdings einen Zeitpunkt an dem die Hand-in-Hand-Schaffer zu Geheimniskrämern werden. Sobald der Most via Schlauchleitung in das private Kellergewölbe des Schwabens geleitet wird hört die Freundschaft auf. Jetzt kommen die überlieferten Familienrezepturen zur Veredelung des noch süßen Saftes zum Tragen. Beigaben und Beimischungen jeder Art sollen dem jugendlichem Most während seiner Metamorphose helfen, sich zu einem Jahrhundertgetränk zu entwickeln. Wie ernst dies der Schwaben nimmt, kann man an den Mienen der Verlierer bei den halböffentlichen Mostprämierungen erkennen, wobei meist den Preisrichtern offenkundige Ahnungslosigkeit unterstellt wird.
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s’ Wasserfass
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”I wois au et, m’r fehlt halt emmer wieder Wasser”
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Eine weitere Zierde jedes schwäbischen Gartens sind die verschieden gearteten Methoden und Konstruktionen das Regennass zu sammenl und als Gießvorrat für trockene Zeiten zu konservieren. Überwiegend werden dabei blaue oder grüne Kunststofffässer verwendet, deren ursprüngliche Verwendung sich an ihrem weißen Aufdruck, der meist mit “BASF” beginnt, ablesen lässt. Nun werden diese Fässer wie Batterien mit einander verbunden, wobei darauf zu achten ist, dass die Verbindung der Fässer absolut dicht ist, so dass kein Tropfen Wasser vergeudet wird. Gespeist werden diese Reservoirs mittels von Hand zu öffenden Klappen am Fallrohr. Der Schwabe hält diese Klappe aber meist verschlossen, da es ja regnen könnte, wenn er nicht daheim ist und somit die Klappe nicht schließen könnte, sobald die Fässer voll sind, um eine Flutung des Kellers zu verhindern. Andererseits ist der Schwabe auch narret, falls es regnet und er nicht daheim ist; da könnte er ja, falls daheim, die Klappe öffnen, gemütlich zuschauen bis die Fässer voll sind, dann ordentlich die Klappe schliessen und sagen: “So, jetzt hemmer aber wiader gschafft!”. Jedem Schwaben sind Kollegen namentlich bekannt, die bei Aufziehen von Regenwolken mit dem Ruf auf den Lippen:” I muss hoim, d’ Fässle filla”, überstürzt ihren Arbeitsplatz verlassen.
Nun aber zu meinem Wasserfass: Um dieser Klappenbedienerei zu entgehen, habe ich mit beim Obi einen automatischen Wasserzulauf gekauft. Diese sorgt dafür, dass ohne schwäbische persönliche Aufsicht die Wasserfässer bis 2,5 cm unter Oberkante mit Regenwasser gefüllt werden, beim Erreichen dieses Standes aber die Zufuhr geschlossen wird. Nebenbei bemerkt hat es Kollege E. L. aus U. geschafft durch Einsatz von meßgenauen Geräten die Wasseroberfläche bis 1,5 cm an die Oberkante des Fasses zu rücken. Das bringt pro Fass mindestens 2 Liter mehr, also bei 4 Fässern schon 8 Liter!
Jetzt aber zur Sache: Kaum sind meine Fässlein gefüllt, sinkt naturgemäß der Wasserstand durch Verbrauch von Gießwasser mehr und mehr. Soweit ist das normal. Allerdings habe ich den Eindruck, dass besonders an heißen Tagen die Hagenbeck’sche Elefantenherde durch meinen Garten zieht und sich an meinen gehorteten Wasservorräten gütlich tut. Oder isch’s d’r Nochbor, der hot zwoi Fässla wenig’r, aber viel meh Bluma ond Sach! Außerdem isch er in Pensio, sei Schwäbe au!
Aber wie machen? Tagsüber bin ich im Geschäft. Um die Übeltäter zu überführen, habe ich eine WFWC montiert. Sie wissen nicht, was das heißt? Ganz einfach: WasserFassWebCam! Also sind alle Internetsurfer, welche Verständnis für meine schwäbischen Nöten haben, aufgerufen an meinem Wasserfass quasi global Stellung zu beziehen, um die Flagranti-Situation als Bildbeweis zu speichern. Jeder mit Giesskanne in der Hand kommt als Täter in Frage. Wer zur Identifizierung beiträgt, wird mit einem schwäbischen Vesper belohnt, sofern er nicht vergisst seine Adresse anzugeben.
Noch kurz zur Technik: Bild-Refresh alle 5 Sekunden. Falls Täter auf Bild, Rechtsklick mit der Maus..., aber Ihr kennt das ja.
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