| Wir
sind schon ein eigenartiges Völkchen, wir Schwaben. Mit Ecken und
Kanten, einem gesunden Selbstvertrauen und immer mit Argwohn
alles Neue betrachtend. Das heißt aber nicht, dass wir dem
Fortschritt nicht positiv gegenüberstehen, immerhin geht ein gerüttelt
Maß von Fortschritt ja von unserem Ländchen aus. Man denke an Mercedes,
wobei wir das ungeliebte Anhängsel Chrysler lieber verschweigen, oder
an Robert Bosch. Auf unsere Art sind wir trotzdem “Global Player”. Wir
werkeln und bauen, die halbe Welt kauft
unsere Produkte und so sind wir zufrieden. Wir bauen stolz den
Mercedes, fahren aber bescheiden den Opel. Aber wenn es schon ein
Mercedes sein muss, dann unauffällig und ohne Typenschild.
Auch soll es in keinem anderen Bundesland so viele Vorstandsvorsitzende
geben, die ganz harmlos in einem Reihenhäuschen leben. Uns
wird Geiz nachgesagt, was ganz falsch ist. Wir sind halt sparsam, auch
mit Worten. Enthusiastische Äußerungen sind uns zuwider. So
wird der richtige Schwabe, wenn er nach einem Essen gefragt wird, wie
es ihm den geschmeckt habe, als höchstes Lob ein: “Nicht schlecht” von
sich geben. ”Nicht schlecht” bedeutet in Wirklichkeit
“Spitze”. Wenn er ausdrücken möchte, dass es ihm nicht geschmeckt hat,
so heißt das “Es geht”. Also eine ganz subtile Art der Bewertung, nicht
verletztend, aber auch nicht in den Himmel lobend.
Auch
sind wir nicht gerade das, was man gesprächig nennt.
Langatmige Ausführungen überlassen wir gerne den Anderen. Der Schwabe
ist ein Meister der knappen Quintessenz. Er schafft es ganze Sätze in
ein oder zwei Wörter zu komprimieren, im Extremfall in ein kurzes “Jo”
oder “Noi”. Die Mitschwaben verstehen dies und ob die Nichtschwaben
dies verstehen, ist ihm egal. Mißfallen oder Empörung drücken wir mit
“Ha no” aus, und damit ist alles geschwätzt!
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| Gesellschaftliche
Konversation ist uns ein Greuel. Der Schwabe bevorzugt eher stumme
Übereinstimmung. Zwei Kollegen sind mit dem PKW von
Reutlingen nach Hannover unterwegs. Die Unterhaltung beschränkt sich
auf ein “Hoppla” des Beifahrers, als das Auto in der Nähe von Kassel
durch ein Schlagloch fährt. Beide meinten aber dennoch, daß es
eine kurzweilige Fahrt war. So sind sie eben, die
wackeren Bannerträger des wahren Schwabentums. Wer
nun immer noch Lust hat auf eine hoffentlich kurzweilige Reise durch
das Schwabenland zu gehen, der sei herzlich eingeladen. Es
erwarten ihn noch mehr Eigenheiten, Spezialitäten, Skurrilitäten, aber
auch Tipps unser Land zu erwandern.
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