“Älbler, zweacks em bessera Iberblick”

Radtouren

”Mit großer Freude sah er bald von der Bempflinger Höhe die Alb als eine wundersame blaue Mauer ausgestreckt. Nicht  anders hatte er sich immer die schönen blauen Glasberge gedacht, dahinter, wie man ihm als Kind gesagt, der Königin von Saba Schneckengärten liegen”.
Aus: “Das Stuttgarter Hutzelmännlein” von Eduard Mörike
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Im Tal der Großen Lauter

Das Kalkgebirge zwischen Neckar und Donau beherrscht auf 200 km Länge und bis zu 40 km Breite, in Stufen  östlich abfallend, die an den Schwarzwald anschließende Landschaft zwischen dem Nördlinger Ries und der Bar. Den südöstlichen Rand begleitet die junge Donau. Wie eine riesengroße Versteinerung ist die geologische Gliederung. Man unterscheidet drei Hauptformationen: als unterste den Schwarzen Jura oder Lias, darüber den Braunen Jura oder Dogger, schließlich als oberste den Weißen Jura oder Malm. Diese Ablagerungen entstanden während der Jurazeit, vor rund 180-130 Millionen Jahre, als sich hier Meere verschiedener Tiefe und Ausdehnung erstreckten. Winzige Lebewesen schieden Kalk ab, Schwämme und Korallen bauten riesige Riffe auf, und es wimmelte in der stellenweise flachen See von Muscheln und Schnecken, von Tintenfischen und Haien. Sie starben und sanken auf den Meeresgrund nieder, wurden im Schlamm eingebettet und von immer neuen Ablagerungen eingehüllt. Als Versteinerungen blieben Sie an verschiedenen Stellen der Alb und in ihrem Vorland erhalten.

Tektonische Kräfte hoben die riesigen Erdschollen und kippten sie so, dass die Juraschichten wie ein Pultdach  nach Südosten absanken und am emporgehobenen Teil die Verwitterung stärker angreifen konnte. Im Nordwesten, wo an der Neckarseite der Albt

Burg Werenwag über dem Donautal, unweit der Benediktinerabtei Beuron

rauf steil emporragt, blieben einzelne Zeugenberge stehen.

Die Schwäbische Alb gliedert sich in die Ostalb mit dem Härtsfeld und dem Albuch, die Mittlere Alb, die Hohenzollernalb und die Südwestalb mit dem Heuberg. Die Hohenzollernalb im Raum Albstadt ist das erdbebenreichste Gebiet Deutschlands, auf Grund der unterirdischen Verwerfungs- und Einbruchzone des Zollerngrabens. Die Mittlere Alb um Münsingen, Reutlingen, Metzingen und Kirchheim/Teck zeichnet sich durch Relikte eines starken Vulkanismus in der Tertiärzeit aus; ca. 200 Vulkanembryonen sind nachweisbar, am eindruckvollsten wohl auf dem Jusi bei Metzingen.

Obwohl quasi auf dem Meeresgrund entstanden, zeichnet sich die Schwäbische Alb durch starken  Wassermangel aus. Durch die zerklüftete Struktur sickert Oberflächenwasser rasch in den Untergrund ab. So sind früheste steinzeitliche Siedlungsreste meist in oder in der Nähe von Höhlen zu finden, wo sich Sickerwasser sammelte, oder die auf oder unter dem Quellhorizont lagen.

Erst Ende des 19. Jahrhunderts erlaubte es der technische Fortschritt lebensnotwendiges Wasser auf  die Alb zu hinaufzupumpen. Bis dahin versorgten sich die Älbler zum Teil aus Hülen, deren Wasserqualität allerdings in den trockenen Sommer sehr mangelhaft war und mit zu einer hohen Säuglingssterblichkeit beigetragen hat.

 

 

 

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